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Mikrobielle Stoffwechselprodukte (MVOC)
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MVOC (microbial volatile organic compounds, oder deutsch: mikrobielle flüchtige organische Substanzen), bezeichnet das, was wir normalerweise Schimmel- und Bakteriengeruch nennen. Einige dieser Substanzen sind sehr spezifisch und werden nur von Mikroorganismen abgegeben und können uns dadurch helfen, versteckte mikrobielle Schäden aufzudecken.
Die hauptsächliche Aktivität der Mikroorganismen richtet sich auf den Abbau von komplexen organischen Substanzen zu einfacheren unter Bildung von Kohlendioxid und Wasser, mikrobieller Biomasse und Energiegewinn für die Lebensprozesse. Während dieses Um-/Abbaus werden eine ganze Reihe von Stoffwechselprodukten als flüchtige Verbindungen abgegeben, welche MVOC genannt werden.
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alle flüchtigen Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen sind eindeutig
einer mikrobiellen Quelle zuzuordnen; so werden z.B. Alkohole (Ethanol,
Propanol, Butanol, etc.) häufig auch als Lösemittel eingesetzt. Es ist sehr
wichtig, nur die Stoffe als MVOC zur Bewertung heranzuziehen, die wirklich
nur von Mikroorganismen stammen können, da ihr Einsatz als Lösemittel erfahrungsgemäß
sehr ungewöhnlich wäre. |
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Die hauptsächlichen Beschwerden sind
Müdigkeit, Kopfschmerzen
Gelenk- und Muskelschmerzen
immunologische Störungen mit anhaltender Empfänglichkeit für sich ständig wiederholende, banale Atemwegsinfekte
schwer zu deutende Symptome wie Aggressivität oder offensichtlich unangemessene Stimmungsschwankungen
chronisch entzündlichen Veränderungen der Nasen- und Stirnhöhlen
Nicht alle Menschen reagieren sofort auf diese Stoffe. Eine Schleimhautreizung kann z.B. zuerst harmlos wirken, aber dann nach mehrmaligen Expositionen über längerer Zeit, oder bei gewissen Arbeitsvorgängen, verstärkt zum Vorschein kommen.
MVOC in Baumaterialien
Abbaubare organische Materialien sind z.B. Holz, Spanplatten, Pappe, Bitumen, Rigips, Kork, Mineral- und Glasfiberwolle, sowie Tapeten, Stoffe, Möbel, Gardinen und Bücher. Wenn genügend Feuchtigkeit vorhanden ist, kann dieses Material vollständig oder teilweise von Schimmelpilzen und Bakterien als Energiequelle verwendet und abgebaut werden. Oft haften an Materialien, die selbst nicht abbaubar sind, kleine Mengen organischer Substanzen (z.B. Schmutz auf einer Duschgardine), die ein oberflächliges Wachstum ermöglichen. An organischem Material wachsen Schimmelpilze und Bakterien gern und gut. Organisches Material - und solches mit organischen Verunreinigungen - muß, wenn es feucht geworden ist, schnell und effektiv getrocknet werden, sonst wird das Material von Schimmelpilzen und Bakterien besiedelt.
Mikrobiell besiedelte Baustoffe werden fortlaufend zersetzt und geben nicht nur unangenehme Gerüche, sondern häufig auch gesundheitlich bedenkliche Produkte, die die Beschwerden der Raumnutzer verursachen, ab. Auch nachdem die ursprünglich für den Bauschaden verantwortlichen Keime bereits abgestorben sind, weil z.B. eine Durchfeuchtung abgedichtet und getrocknet wurde, oder weil wachstumshemmende oder abtötende Mittel (Fungizide, Bläueschutz, Desinfektionsmittel) angewendet wurden, können Baustoffe wie Spanplatten, Gipskarton, Kork, Papier- und Schaumtapeten, Holz, ja sogar Mineralwolle und Verputze noch über Jahre bedenkliche Emissionen abgeben.
Einige MVOC haften sehr stark in oder an Baumaterialien, Möbeln, Kleidung und anderen Gegenständen in der Wohnung (hoher Sink-Effekt), während andere MVOC nicht diese Eigenschaften haben (niedriger Sink-Effekt). Substanzen mit einem hohen Sink-Effekt, können selbst lange nachdem die Mikroorganismen in einer Baukonstruktion zu wachsen aufgehört haben, in einem Raum nachgewiesen werden. Stoffe mit einem hohen Sink-Effekt verursachen wegen des aufwendigen Materialaustausches meist bedeutend höhere Sanierungskosten. Die unterschiedlichen Eigenschaften dieser Stoffe lassen sich diagnostisch nutzen: Substanzen mit einem niedrigen Sink-Effekt zeigen an, daß der versteckte Schaden noch aktiv ist. Eine Bestimmung von MVOC erleichtert die Beurteilung der Größe des Schadens, seines Wachstumsstatus und seines Alters. Wenn MVOC einen versteckten Schaden anzeigen, sollte dieser aufgespürt, behoben, saniert und getrocknet werden; möglichst auf schnelle und effektive Art und Weise, sonst werden die Folgeschäden schwerer und teurer zu beheben sein.
MVOC in Lüftungsanlagen
Üble Gerüche und Krankheiten
sind oft Folgen einer mikrobiologischen Belastung von Raumlufttechnischen Anlagen.
Eine gründliche Reinigung führt zu einer deutlichen Minderung des Ausstosses
mikrobiell erzeugter Stoffe (MVOC).
Bei Ventilationsanlagen muß berücksichtigt werden, daß nicht allein die sichtbare
Verschmutzung zu bewerten ist. Ein optisch wenig imponierender Rasen aus Mikroorganismen
kann zu deutlichen Gesundheitsstörungen bei den Gebäudenutzern führen. Ein MVOC-Test
kann die mikrobielle Belastung einer Lüftungsanlage aufdecken.
Die oft beklagten üblen Gerüche gehen häufig einher mit hartnäckigen Schleimhautreizungen
der oberen Atemwege und der Kieferhöhlen, Kopfschmerzen und trockenen Augenbindehäuten.
Bei Inspektionen häufig nur als ,,leichte Verschmutzung" eingestufte Befunde
können so zu starken Beeinträchtigungen durch die Raumlufttechnische Anlage
führen.
Neuartige Analysemethode
Bei Verdacht auf nicht sichtbare mikrobielle Schäden, kann eine Raumluftmessung auf mikrobiell produzierte organische Verbindungen (=MVOCs) zeigen, ob ein entsprechender Schaden vorliegt oder nicht. Keimluftmessungen sind zur Untersuchung von Wohnräumen völlig ungeeignet, wie zahlreiche Messungen zeigten.
Messung der mikrobiologisch produzierten Stoffwechselprodukte (MVOC`s)
Schimmelpilze und Bakterien
produzieren bestimmte Kohlenstoffverbindungen, die in der Raumluft meßbar
sind. Diese Stoffe werden von uns als Indikatoren für ein feuchtigkeitsgeschädigtes
Haus herangezogen.
| Nachgewiesene Stoffwechselprodukte (MVOC`s) | Problemhaus/-objekt | Bezugshaus/-objekt |
| 1-Okten-3-ol, 3-Oktanon
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47 Proben (33%) | 1 Probe (2%) |
| 1-Penthanol, 2-Hexanon, 2-Heptanon, 2-Penthanol, 3-Methyl-2-butanol, 3-Methyl-1-butanol, 2-Heptanon | 17 Proben (12%) | 0 Proben (0%) |
| Kein Vorkommen von MVOC | 84 Proben (60%) | 43 Proben (98%) |
MVOC-Analyse bei 141 Objekten, in denen die Nutzer über diffuse Beschwerden geklagt hatten und 44 Bezugsobjekten ohne diffuse Beschwerden oder mit anderen Problemen.
Bereits heute kann mit diesem Verfahren auf statistisch gesicherter Grundlage der Nachweis geführt werden, daß eine auffällige Erhöhung der MVOCs in der Raumluft eines Gebäudes die Ursache in einem mikrobiologischen Befall hat. Ort und Ausdehnung des Schadens müssen gefunden werden, um gesundheitliche Beeinträchtigungen oder gar dauerhafte allergische Sensibilisierungen der Nutzer zu vermeiden.
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